Ablauf einer Stammzellspende

Wenn für einen Patienten ein passender Spender gefunden worden ist, wird drei bis vier Wochen vor der eigentlichen Spende eine umfangreiche Untersuchung des Spenders durchgeführt. Für die Blutstammzellentnahme gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Die Entnahme von Stammzellen aus dem peripheren Blut

Stammzellspender bei der Entnahme von Stammzellen aus dem peripheren Blut

Dieses Verfahren ist heutzutage die vorwiegend angewandte Methode. Hierbei gewinnt man die zur Transplantation benötigten Stammzellen aus dem Venenblut des Spenders. Dafür muss zunächst die Zahl der Stammzellen im Blut erhöht werden. Hierzu ist eine viertägige Vorbehandlung des Spenders mit dem Botenstoff G-CSF erforderlich. Das Medikament wird zweimal täglich unter die Haut gespritzt. Dieser Wachstumsfaktor entsteht auch auf natürliche Weise im menschlichen Organismus, z. B. bei Infektionen. Er bewirkt, dass Stammzellen vom Knochenmark in das periphere Blut übertreten. Zur eigentlichen Stammzellgewinnung benutzt man ein spezielles Verfahren, welches Stammzellapherese genannt wird. Bei dieser Methode wird das Blut des Spenders in einem ständigen Kreislauf aus einer Armvene durch einen Zellseparator geleitet und wieder zurückgeführt.

Die Stammzellseparation wird im Zentralbereich Stammzelle des DRK-Blutspendedienstes Baden- Württemberg - Hessen in den Instituten Frankfurt, Mannheim und Ulm sowie im Bereich des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost im Institut Chemnitz und in der Uniklinik in Dresden durchgeführt und dauert vier bis fünf Stunden. In einigen Fällen muss sie am folgenden Tag wiederholt werden, um die benötigte Menge von Stammzellen zu erhalten.

Die Spende wird ambulant in unseren Instituten durchgeführt. Es ist kein stationärer Aufenthalt mit operativem Eingriff und Narkose erforderlich.

2. Die Entnahme von Stammzellen durch Punktion des Beckens

Arzt bei der Entnahme von Stammzellen durch Punktion des Beckens eines Stammzellspenders

Bei diesem Verfahren zur Stammzellgewinnung wird Knochenmark durch Punktion des Beckenkamms entnommen. Diese Methode wird nur noch selten angewendet. Der Eingriff wird stationär im Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität und am Uniklinikum C.G.Carus in Dresden vorgenommen.

Um die Knochenmarkzellen schmerzlos entnehmen zu können, erhält der Spender eine Vollnarkose. Das Knochenmark lässt sich am besten aus dem Beckenkamm entnehmen. Dabei wird, je nach Gewicht des Patienten, zwischen 0,5 und 1,5 Liter Knochenmarkblut durch eine Punktionsnadel abgesaugt. Die Entnahme dauert etwa eine Stunde.

Da es bei der Punktion zu einem größeren Blutverlust kommt, wird gegebenenfalls zwei bis drei Wochen vor dem Eingriff eine Eigenblutentnahme durchgeführt. Die so gewonnene Blutkonserve wird dem Spender während des Eingriffes zugeführt. Die entnommene Menge an Knochenmark wird im Körper innerhalb weniger Wochen nachgebildet. An dieser Stelle möchten wir Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der Begriff Knochenmark nicht mit Rückenmark verwechselt werden darf. Knochenmark ist blutbildendes Gewebe, das in bestimmten Knochen vorkommt, Rückenmark liegt dagegen im Wirbelkanal und ist ein Teil des Nervensystems, der nicht transplantiert werden kann.

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